23.11.2009 10:32 (2 Jahr(e) alt) Video-Content — die Zukunft der Informationsverbreitung?!
von Björn Blaschke

Video-e-learning, Videowerbung, Videotutorials in Blogs, Videohandbücher und etliche weitere, sich ständig mehrende Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, sich mit diesem Thema einmal auseinander zu setzen. Durch die stetige steigende Bandbreite der Internetleitungen und Websitetechniken, welche es ermöglichen desktopähnliche Umgebungen zu schaffen, steigt die Nutzung der multimedialen Informationsverbreitung und begegnet der textlastigen Websitewelt.
Die zeitliche Prämisse sowie die Präzision der Informationsvermittlung zeichnen ein Video im Web dabei als vorführendes Medium und Lehrmittel heutzutage als unentbehrlich aus.

Ich bin Programmierer und Webdesigner und arbeite unter anderem mit TYPO3. Um zeitaufwändige Korrespondenz mit meinen Kunden zu entgehen und trotzdem guten Support im Bezug auf das von mir verwendete CMS zu bieten, entschloss ich mich schon vor längerem dazu, Supportanfragen, Tutorials, Handbücher und viele weitere fragenklärende Themen nicht mehr per e-Mail, PDF- Anleitungen, FAQs und Screenshot/Text-Erläuterungen zu beantworten oder zu bearbeiten, sondern wie bereits oben erwähnt in einer kurzen und knappen Videobotschaften (in meinen Fällen per Screencapture). Die Resonanz war fortwährend positiv. Nach einer Weile stellte ich mir in diesem Zusammenhang aber eine unbehagliche Frage. Enthalte ich dem Kunden damit nicht wertvolle Grundlagen oder Hintergrundinformationen? Agiert der Kunde in einer wahren Show&Click-Manier nicht "unwissend" und einfach nur nachahmend, ohne sich mit dem System auseinander zu setzen? Ich kam letztendlich zu dem Entschluss, dass jenes nicht der Fall ist. Wozu sollten er etliche Angaben bekommen, wenn ihn diese doch gar nicht interessieren, bzw. er diese doch gar nicht braucht. Natürlich ist es leichter einen Vorgang oder einen Ablauf nachzuvollziehen, wenn man auf dem Bildschirm vor sich jemanden sieht, der einem jeden Handgriff Schritt für Schritt zeigt. Und das Ziel, sei es, dass das Bild nun an der korrekten Stelle platziert ist oder der Kunde weiß, wie er einen Newsbeitrag auf seine Seite bekommt, ist in jedem Fall erfüllt.

Ich denke eines der größten Erfolgskriterien dieser kurzen Clips im Gegensatz zu den althergebrachten FAQs und Handbüchern ist, dass die zunehmende Bequemlichkeit jedes Einzelnen bei der Informationsbeschaffung eine enorme Rolle spielt. Aus lernpsychologischer Sicht ist es ein für uns typisches Verhalten, Wissen bevorzugt passiv aufzunehmen, uns sozusagen damit berieseln zu lassen, als Kontrast zu dem oft als mühselig empfundenen aktiven Lesen eines Textes, dem gedankliche Visualisieren und Nachvollziehen der Vorgänge hin zum Umsetzen der eigentlich aufgenommenen Information. Ich möchte hiermit nicht die Nichtigkeit der Informationsverbreitung in Textform propagieren, zumal ich selber gerne lese und auch Artikel schreibe, aber dennoch auf die sinnvolle und zukunftsweisende Nutzung der Wissensvermittlung per Onlinevideo hinweisen. Vielleicht hilft dies auch Euch, Zeit zu sparen und auf moderne Art und Weise eine sachbezogene Kommunikation zu gewährleisten.


Und nun viel Spaß beim Videodreh!


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